Gin Khao Rü Yang Khrap?

Hast du schon (Reis) gegessen?

kochen für Tambun

Thaifood. Eine kulinarische Liebeserklärung, ein Fest für die Sinne, eine Reise durch ein Land voller Kontraste oder einfach Ahaan Thai, Thaifood. Es ist eine Küche die Geschichten erzählt von jahrhundertealten Traditionen, von Einflüssen aus China, Indien und sogar dem fernen Portugal. Sie ist geschmackvoll, farbenfroh, aromatisch und intensiv. 

Thaifood ist mehr als nur Pad Thai und Tom Yum. Es ist eine Küche die von Region zu Region variiert, vom bergigen Norden bis zu den tropischen Stränden des Südens. Im Isaan, dem Nordosten Thailands, dominieren scharfe, herbe Geschmacksrichtungen  wie im berühmten Som Tam (Papaya Salat). Im Süden hingegen findest du Gerichte, die von malayischen und indonesischen Einflüssen geprägt sind.

Doch egal wo du bist, eines bleibt gleich: die thailändische Küche ist eine Meisterin der Balance. Schärfe trifft auf Süße, Säure auf Umami, und alles wird mit einer Prise Frische abgerundet – sei es durch Koriander, Limettenblätter oder Thai-Basilikum.

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Die Tambun Vorbereitungen dauern den ganzen Tag

Was bedeutet Tam Bun? Tam (tun, machen) Bun (gute Tat, Segen, Verdienst) Etwas Gutes tun wäre meine freie Übersetzung. Tam Bun ist ein grundlegendes Konzept sowohl im Thai Buddhismus als auch in der thailändischen Kultur. 

mehr dazu im Beitrag erstes Frühstück. klick hier 

Ahaan Thai, also Thaifood zu bestellen ist eine Kunst für sich. Mit einem gebratenen Reis bist du auf der sicheren Seite, dazu ein Omelette und ein Gemüsegericht oder etwas Scharfes. Das einzige Problem liegt am großen Angebot. Und vergiss nicht: Schärfe ist verhandelbar. Wenn du sagst:“Ped nit noi“ bekommst du eine mildere Version. Trotzdem Vorsicht: selbst ein bisschen scharf kann für ungeübte Gaumen zur Herausforderung werden. Als Vegetarier kannst du unbesorgt in Thailand essen, denn Thai Köche sind sehr flexibel. 

Am besten schmeckt es in Gesellschaft. Jeder bekommt einen Teller Reis, und die Gerichte stehen in der Mitte des Tisches. Eine großartige Möglichkeit gleich mehrere thailändische Köstlichkeiten zu probieren.  Jeder kann sich von allen Gerichten nehmen, man lernt neue Menschen kennen und auch neue Wörter wie Aroy (es schmeckt mir) und Im (ich bin satt).

 

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die Geschichte zu diesem Festmahl wartet in Ao Luek, Krabi

Ahaan Thai. Als  Farang wird dir oft eine mildere oder sehr auf unseren Gaumen angepasste Version der Thai Küche serviert, gerade in Bungalow-Resort und all den Touristen-Lokalen. Verstehe mich nicht falsch, diese Gerichte schmecken auch hervorragend aber sie sind eben oft weit vom Ahaan Thai, dem authentischen Thai Essen entfernt.

Der erste Schritt zum echten Thaifood ist einmal raus aus den Touristen Hot Spots. Folge den Einheimischen: beobachte wo Thais essen. Streetfood Stände mit thailändischen Gästen sind ein gutes Zeichen. Besuche Garküchen in Seitengassen, erkunde Morgen- und Abendmärkte mit ihrer unglaublichen Vielfalt an Angeboten. Ich nehme immer meinen Pinto mit wenn ich auf den Markt gehe, mit Plastiksackerln (Tüten) wird hier leider immer noch sehr großzügig umgegangen.

Besonders beim Essen ist es von Vorteil ein paar Wörter in Thai zu kennen. Mai Phet (nicht scharf) oder Mai au Nüa (kein Fleisch bitte) können dir vielleicht dann und wann nützlich sein. Ein ehrliches Aroy maak (schmeckt sehr gut)  kommt immer gut an.

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Nachtisch ist schon bestellt

Manche Gerichte entdecke ich zufällig auf Märkten oder an Street-Food-Ständen – und erinnere mich dann, wie gut sie mir damals geschmeckt haben. Ohne diese zufälligen Begegnungen hätte ich sie vielleicht vergessen. Es gibt so viele Köstlichkeiten wie Guaytiao Ho (gefüllte Teigtaschen) oder Hoy Tood (gebratene Muscheln), die mir früher selbstverständlich waren. Auf meiner Reise durch Thailand werde ich immer wieder neue Schätze der thailändischen Küche vorstellen.

Som TamTom Yum und Pad Thai kennt jeder Tourist – aber hast du schon von Rad NaaPad Pak Kanaa Mu Kroob oder Pla Duk Fu gehört?

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Gung
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hier muss sich niemand vor Colonel Sanders verstecken
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gebratene Larven um 30 Cent das Sackerl (eine Tüte)

Wenn es ums Essen geht frage am besten Einheimische falls es dir möglich ist. Du hast Lust auf eine Nudelsuppe? Oder vielleicht etwas Süßes? Schon hast du mehr Empfehlungen als du heute noch essen kannst und wirst auf den nächsten lokalen Markt verwiesen oder gar hingebracht. Dort kannst du dir aussuchen worauf du Lust hast.

Wenn mir etwas zu Essen angeboten wird nehme ich es meist höflich an, bedanke mich und koste. Im ungewöhnlichem Fall, dass mir etwas nicht zusagt, sage ich freundlich lächelnd: Mai au Khrap (das will ich nicht, danke). 

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gefüllter PfeilSchwanzKrebs - horseshoe crab

Gin Khao, essen Reis. Worüber spricht man beim Essen in Thailand? Über die nächste Mahlzeit natürlich. Thais sagen nicht einfach nur essen gehen, sie sagen Reis essen gehen, oder nur Reis essen. Aber sie essen nicht nur Reis. Wenn dich jemand fragt:“Gin Khao rü jang?“ (hast du schon Reis gegessen?), dann kann das auch eine Frage nach deinem Befinden sein. Denn, wie kann es dir gut gehen wenn du noch nicht Reis gegessen hast?

Thaifood ist ein Erlebnis das alle Sinne anspricht. Lass uns essen gehen. Pai Gin Khao.

KhonKhon